Fensterverglasung: Die verschiedenen Glasarten im Überblick

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    Die Verglasung ist das Herzstück eines jeden Fensters – egal ob mit Kunststoff-, Holz- oder Aluminiumrahmen. Doch auch beim Glas gibt es gehörige Unterschiede. Nicht nur die Dicke (z. B. 4 mm, 6 mm oder 8 mm), sondern auch die individuelle Funktion des Glases (spezielles Herstellungsverfahren, besondere Beschichtung) kann sich unterscheiden. Wärmeschutz, Schallschutz, Sonnenschutz und / oder Sichtschutz: Sie haben die Wahl.

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    Schallschutzglas

    Beim Schallschutzglas reicht die schalldämmende Wirkung von 25 bis hin zu über 50 dB. Eingeordnet werden Schallschutzverglasungen in 5 Schallschutzklasse. Schallschutzklasse 2 erreicht man häufig schon mit einer 2- oder 3-fach Isolierverglasung. Für die maximale Schalldämmung werden zum einen dickere Scheiben verwendet. Zum anderen kommt eine spezielle Folie (Sound-Reduction-Folie) zum Einsatz, mit der die Scheiben beschichtet werden. 

    Sonnenschutzglas

    Große Fensterfronten, die viel Licht einlassen, sind an düsteren und kalten Tagen ein wahrer Segen. Im Sommer hingegen überhitzen Räume mit sehr großen Fenstern schnell. Die ideale Alternative zu Rollläden ist spezielles Sonnenschutzglas. Das Raumklima wird dabei durch Absorption oder Reflexion der Sonneneinstrahlung verbessert. Während Absorptionsglas eine Tönung aufweist, lässt beschichtetes Sonnenschutzglas mit einer reflektierenden Low-E-Beschichtung das gesamte Tageslicht hindurch. 

    Sichtschutzglas

    Sichtschutzglas kann verspiegelt sein oder die Scheibe durch Ornamente und Strukturen (Ornamentglas, Strukturglas) blickdicht machen. Wer ein bisschen mehr Geld ausgeben möchte, der schöpft das Potential mit sog. Smart-Glas voll aus: Auf Knopfdruck wird “normales” Glas blickdicht und schützt die Privatsphäre zu Hause oder in Büros.

    Intelligentes Glas (Smart Glas)

    Fenster, die sich selber reinigen (selbstreinigendes Glas), auf Knopfdruck Privatsphäre herstellen und sogar zum Bildschirm mit Touchscreen werden? Was nach Science-Fiction klingt ist längst Realität und nennt sich “Smart-Glas” (z. Dt. “intelligentes Glas”). Möglich machen es Beschichtungen aus transparentem mineralischem Material mit photokatalytische und hydrophile Eigenschaften und durch Doppelverglasungen geschützte Flüssigkristallbildschirme.

    Floatglas

    Floatglas ist das meist verwendete Glas im Bauwesen und Grundlage vieler weiterer Glasarten (z. B. ESG- oder VSG-Floatglas sowie Thermofloat-Glas). Bei der Herstellung “schwimmt” (englisch: to float) die Glasschmelze auf flüssigem Zinn. Durch dieses Herstellungsverfahren können auch sehr große Flachglasscheiben ohne glasteilende Sprossen günstig produziert werden.

    Wärmeschutzglas

    Bei der Wärmeschutzverglasung kommen Isolierglasscheiben zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Floatglas mit einer hauchdünnen Edelmetall-Schicht („Low-E“-Beschichtung). Sichtbares Licht dringt komplett durch das Isolierglas hindurch – nicht jedoch die unsichtbare Wärmestrahlung. Dadurch bleibt die Hitze im Sommer draußen und im Winter (bei beheizten Räumen) im Inneren des Gebäudes. 

    Wärmeschutzglas für Fenster

    Sicherheitsglas

    Sicherheitsglas ist als ESG- oder VSG-Sicherheitsglas erhältlich. Einscheibensicherheitsglas (ESG) zerfällt bei Bruch in kleine Stückchen mit abgerundeten Ecken. Dadurch wird das Verletzungsrisiko minimiert. Verbundsicherheitsglas (VSG) spielt hingegen beim Einbruchschutz eine entscheidende Rolle. Dabei bilden zwei, mit einer Folie zusammengeklebte Scheiben einen Verbund. Bricht das Glas, bleiben alle Scherben an der Folie kleben. 

    Spiegelglas

    Spiegelglas (verspiegeltes Glas) sorgt dafür, dass man zwar von innen nach außen, nicht jedoch von außen nach innen blicken kann. Wirklich blickdicht ist eine entsprechende Lösung jedoch nur am Tag, wenn es draußen hell ist. Brennt im Innenraum licht und ist es außen dunkel, kann das “Spionglas” nicht mehr optimal vor neugieirigen Blicken schützen. Übrigens: Eine Verspiegelung lässt sich bei bereits eingebauten Fenstern recht unkompliziert über eine Folie nachrüsten

    Einsatzbereiche der Glasarten im Überblick:

    Ein-, Zwei-, Drei- oder Vierfach-Verglasung

    Die klassische Einfachverglasung war lange Jahre Standard. Mittlerweile hat sich hingegen die sog. Doppelverglasung mit besserer Wärme- und Schalldämmung etabliert. Auch eine 3-fach- oder 4-fach-Verglasung ist möglich. 

    Bei einer Mehrfachverglasung befinden sich grundlegend mehrere Einzelscheiben in einem Abstand von einigen Millimetern im Fensterrahmen. Die Zwischenräume werden meist mit Argon gefüllt. Das Edelgas besitzt eine geringere Wärmeleitung als Luft und maximiert damit den dämmenden Effekt.

    Eine Doppelverglasung mit zwei 4 mm Scheiben und einem 16 mm Zwischenraum bezeichnen Experten als 4/16/4-Aufbau. Selbstverständlich sind auch andere Varianten möglich.

    Wichtige Werte bei Fenstern / Glasscheiben

     

    Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)

    Der g-Wert beschreibt den Gesamtenergiedurchlassgrad. Dieser ist vor allem bei Sonnenschutz- und Wärmeschutzglas von Interesse. Je niedriger der g-Wert, desto höher die Sonnenschutzwirkung.

    Lichtdurchlässigkeit (tV)

    Auch die Lichtdurchlässigkeit spielt beim Sonnenschutz eine entscheidende Rolle. Der tV-Wert (Lichttransmission) liegt bei den meisten Sonnenschutzverglasungen zwischen 50 und 70 %. Ein Wärmeschutzglas weist in der Regel eine Lichtdurchlässigkeit von rund 80 % auf. Erhöhen lässt sich die Lichttransmission durch entspiegelte Gläser.

    U-Wert 

    Je niedriger der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient), desto höher die Energieeffizienz / Isolierung eines Fensters. Bei einer Doppel- oder 3-fach-Verglasung mit wärmereflektierender Beschichtung können U-Werte von 0,5 W/(m²·K) erreicht werden. Im Vergleich: Eine klassisches Einscheibenglas erreicht einen U-Wert von etwa 5,9 W/(m²·K). 

    Der Gesamtwert wird oft als Uf- oder Uw-Wert bezeichnet. Der Ug-Wert bezieht sich lediglich auf die Glasscheibe. Gute U-Werte sind Voraussetzung, um Förderungen im Bereich energieeffizienter Sanierung durch die KfW zu erhalten. 

    S-Wert (Selektivität)

    Mit dem S-Wert wird die Lichtdurchlässigkeit (tV) im Verhältnis zum Gesamtenergiedurchlassgrad (g) bewertet. Die entsprechende Formel lautet: S = τV/g. Eine sehr gute Sonnenschutzverglasung zeichnet sich durch einen niedrigen g-Wert bei gleichzeitig hoher Lichtdurchlässigkeit aus. 

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